Planung Multimedia Netzwerk

Wenn größere Aufgaben oder schwierige Entscheidungen auf einen zukommen, wendet man sich oft (und gerne) den Nebenkriegsschauplätzen zu. In meinem Fall ist es das geplante Hausnetzwerk, anstelle der Planung von schnöden Steckdosen, Strippen und Unterverteilern ...

Seit ich mich mit den technischen Unzulänglichkeiten einer Mietwohnung rumplagen muss, träume ich heimlich von einem integrativen Netzwerk, welches mir immer und überall problemlos alle Informationen und Multimediainhalte zur Verfügung stellt. Soweit ist die Technik heute leider noch nicht, aber einiges ist schon möglich und lässt sich in Eigeninitiative preiswert realisieren.

Ein 19" Wandgehäuse im Technikraum beherbergt neben einem Patch Panelund einem Netzwerk Switchdas eigentliche Herzstück des Netzes - den Windows Home Server. Dieser stellt dem Netzwerk neben ausreichend Speicherplatz und Rechenkapazität auch ein ausgereiftes Sicherheitskonzept zur Verfügung. Ausgehend vom Technikraum wird das Netzwerk mit einer Cat7 Verkabelung sternförmig aufgebaut. Dabei erhält jeder Raum mindestens einen Anschluss. Alle Räume, in welchen derzeit eine LAN-Anbindung benötigt wird, erhalten Cat6 Dosen- der Rest wird mit Leerdosen versehen, so dass man später bei Bedarf nur noch eine Anschlussdose installieren muss.

In der Diele wird eine Fritz Box neben einem ausreichend starken WLAN und Telefon auch einen DHCP-Server zur Verfügung stellen.

Den Medienanteil im Bereich Musik stellen Logitech UE Smart-Radios zur Verfügung. Diese kleinen Wunderdinger bieten immer und überall im Haus Zugriff auf das geliebte Mp3-Musikarchiv bzw. Internetradio oder Musik-Streaming-Dienste. Die Steuerung ist ähnlich unkompliziert und schnell wie beim iPod.

Als mediale Schnittstelle für Filme, Fotos und ähnliches dient zur Zeit ein PopBox Full-HD Media Streamer.
Für das mobile Internet im Haus nutzen wir ein Netbook, aber bei der derzeitigen Entwicklung wird es wohl früher oder später durch einen Tablet-PC ersetzt werden.

So und jetzt wieder zurück zu den Nebensächlichkeiten - wie Elektroplanung, Heizung, Haus bauen ...

Kommentare:

  1. Hallo Enrico,
    gute Idee,
    ich habe in allen Räumen(außer Bad, Gäste WC und Küche mindestens ein doppeltes Cat6 Kabel liegen. In der Traufverschalung liegt auch noch eins (und ein Coax Kabel - falls mal eine Kamera installiert werden sollte). Der 19 Zoll Schrank (ca 30 Höheneinheiten) steht schon in meiner Mietwohnung und zieht selbstverständlich mit um. Mit einer strukturierten Verkabelung liegst du sicherlich nicht verkehrt und irgendwann laden die lieben Kleinen zur LAN Party.
    Gruß Uwe

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  2. Hallo zusammen,

    Ja, sowas in der Art habe ich auch vor. Allerdings beschränke ich mich vorerst auf das Verlegen von Leerrohren, um später noch ausbauen zu können. Eine Frage hätte ich allerdings: Warum cat 7 Kabel bei einer 6er Leiste? Die 6er Leisten sind imho für Frequenzen bis 250 MHz ausgelegt, während die 7er a) einen größeren Kontaktabstand haben und b) für 1GHz ausgelegt sind, wie die Kabell auch. Also sind quasi die Dosen ( auch mit RJ 45) das Nadelöhr. Wären da nicht billigere Kabel Typ cat 6 oder cat 5e ( respektive cat 5 ) z.Z. ausreichend?

    Grüße

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  3. Hallo zusammen,

    @Uwe
    das mit dem Kabel in der Traufverschalung ist eine gute Idee - Danke :)

    @Olli

    Ja schon, und zur Zeit ist ein 1 Gigabit Netzwerk auch noch vollkommen ausreichend. Aber die Tendenz geht zu mehr ;) - wie bei allen und ich möchte mich einfach in 5 - 10 Jahren nicht hinstellen müssen und die Kabel neu ziehen. Die werden zwar in Rohren verlegt und ein Austausch ist theoretisch möglich, in der Praxis aber meist mit Problemen verbunden.
    Zumal der Aufpreis für die Cat7 Verkabelung vertretbar ist und ich müsste später nur die Dosen tauschen die wirklich 10 Gigabit benötigen. Da es im professionellen Bereich bereits 10 Gigabit Systeme auf Kupferbasis gibt, sollte die Cat7 Verkabelung auch bei einem Technologiewechsel auf LWL oder ähnliches zumindestens mittelfristig kein Problem darstellen.
    Oder ist mein Denkansatz hier falsch?

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  4. Hallo,

    Gut, mittelfristig ist der Ansatz okay. Ich für meinen Geschmack benötige es zur Zeit noch nicht. Ich lasse mein Equipment mittlerweile immer 1 bis 2 Jahre hinter dem aktuellen Stand der Technik, einfach um Kosten zu sparen. Ich denke mal, dass ist wie mit den alten 20 Megabyte Festplatten... die kriegst du NIE voll :-) . Und so verhält es sich auch bei meinen Kabeln. 1Gbit kriegst du NIE ausgereizt:-) Ich sorge dahingehend nur durch Leerrohre im passenden Querschnitt vor, um in 10 Jahren halbwegs problemlos austauschen zu können. Mal schauen, was wir dann für eine Technologie haben.

    Grüße

    Olli

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  5. Im Grunde hast du recht, aber es wird sicher nie ein 100%ige Lösung geben. Jede Variante hat ihre Vor- u. Nachteile ... und der technologische Fortschritt in Bereich Netzwerktechnik ist über 10 Jahre hinweg eigentlich recht gut überschaubar.

    Grüße

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  6. Hallo zusammen,

    da wir planen nächstes Jahr auch ein Häuslein zu bauen, bin ich momentan fleißig am recherchieren und lesen...

    Im Zusammenhang Netzwerk/Telekommunikation/Elektro/Energiesparen liest man immer häufiger etwas über Bussysteme/KNX/EIB. Habt ihr euch darüber eigentlich bei der Planung Gedanken gemacht? Wenn nein, warum nicht? Wenn ja, welche Gründe sprachen gegen eine Umsetzung (zumindest konnte ich bisher hier nichts darüber lesen)?

    Viele Grüße und weiter so mit diesem tollen Bautagebuch!
    Micha

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    1. Hallo Micha, ich wollte mal meine Erfahrung als Elektriker weiter geben. Das Busssysten KNX ist im Prinzip eine gute Sache. Die Verlegung der Kabel ist sehr simpel und recht überschaubar da man von schalter zum schalter oder auch zum RTR und weiteren Steurungselementen verlegen kann. Am besten verlegt man im Ring System wobei das andere Ende von Ring nur als Provesorium verlegt wird und nicht verklemmt fals mal eine Brücke zwischen den Steuerungselementen kaput geht kann man so den rest über die andere Seite versorgen. Jetzt kommen wir zu dem Jetzigen Problemen von KNX : Die kosten für die Einbauteile sind zurzeit noch recht hoch obwohl viele Öffentliche , dazu kommen noch sachen wie zb. Programierung allein das ganze dauert schon eine weile bis die technick aufeinander abgestimmt wird. Die Vorteile sprechen natürlich für sich da man ja das ganze haus mit KNX Überwachen und auch Steuern kann.

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  7. Hallo Micha,

    danach wurde ich schön des öfteren gefragt und diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Ich werde am WE mal einen Beitrag zu diesem Thema schreiben.

    Habt ihr euch schon für ein Haus entschieden?

    Grüße

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