Kellerausbau mit Rigips Gipskartonplatten

Der ursprüngliche Plan war eigentlich, die Innenwände des Kellers verputzen zu lassen. Wir hatten auch schon einen Handwerker vor Ort, der uns einen 'guten' Preis machen wollte. Das   Angebot belief sich dann auf knapp 30€ qm, bei einem marktüblichen Preis von 10 - 15€ qm für einen einlagigen Fertiggipsputz schon fast unverschämt. Wir haben also dankend abgelehnt.

Das Angebot eines anderen Handwerkers war wesentlich günstiger, allerdings mit einer Wartezeit von ca. 5 Wochen. Solange wollten wir nicht warten, deshalb musste eine andere Lösung her. Schließlich hatte Tanja die rettende Idee, wir stellen Rigipsplatten an die Wände, denn wie sagt schon eine alte Bauherrenweisheit:

"Nach dem Rigips ist vor dem Rigips"


Gipskartonplatten sind je nach Alter bzw. Beschaffenheit des Kellers nicht unproblematisch, da Gips Feuchtigkeit bindet und einen guten Nährboden für Schimmel bildet. Deshalb sollte man einige Punkte abwägen, bevor man sich für die Verwendung von Gipskartonplatten im Keller entscheidet. Ich habe folgende  Punkte in meine Überlegungen einbezogen:

Feuchtigkeit allgemein (nasse Wände etc.)
Da unsere Kelleraußenwände aus WU-Beton bestehen und der Keller über eine vernünftige Abdichtung verfügt, können Bauschäden durch Wasser im Erdboden auf längere Sicht ausgeschlossen werden.

Taupunkt
In nicht isolierten Kellern liegt die Temperatur der Außenwände im Bereich der Temperatur des Erdreichs (im Jahresmittel ~ 8,9°C). Das liegt daran, dass der Wärmeübergangskoeffizient zwischen Erdreich und Kelleraußenwand wesentlich höher ist, als der Wärmeübergangskoeffizient zwischen Raumluft und Kelleraußenwand. Die warme Luft im Keller hat also nie die Möglichkeit die Außenwände des Kellers zu erwärmen. Das führt dazu, dass bei steigender Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit (vor allem im Sommer) der Taupunkt überschritten wird und Feuchtigkeit an den kalten Kellerwänden kondensiert.

Dieser Punkt spielt aber meiner Einschätzung nach in modernen Kellern keine Rolle mehr, da hier die Außenwände in einem ausreichenden Maß gedämmt sind. In unseren Keller liegt die Temperatur der Außenwände gefühlt auf dem Niveau der Raumtemperatur bzw. knapp darunter. Werde das demnächst mal nachmessen : )

Wasserdampfdiffusion
Im Gegensatz zu den Wänden im Haus, sind die Kellerwände aus WU-Beton diffusionsoffen. Das heißt sie sind wasserdicht, lassen jedoch Wasserdampf uneingeschränkt passieren. Zudem verhält sich die Wasserdampfdiffusion im Keller gegensätzlich zum Rest des Hauses (von der Warmseite zur Kaltseite). Da der Wasserdampfdruck im Erdreich höher ist als im Keller, diffundiert der Wasserdampf von außen nach innen. Das heißt die Feuchtigkeit sammelt sich an der Innenseite der Kelleraußenwand.

Da wir jedoch nur die Kellerinnenwände aus Kalksandstein mit Rigipsplatten verkleiden wollen, müssen wir uns auch in diesem Bereich keine Sorgen machen : )


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