Die E-Tankstelle für zu Hause rechtzeitig einplanen

Ich habe schon viel über Elektromobilität gelesen, hatte aber, wie der Ein oder Andere vielleicht auch, noch nie die Gelegenheit praktische Erfahrungen auf dem Gebiet zu sammeln. Deshalb habe ich einen 2-tägigen Workshop in Wiesbaden genutzt und mir ein Elektroauto aus dem Fuhrpark geschnappt. Aktuell ist das ein Nissan LEAF.

Nach einer kurzen Einweisung incl. Übungsrunde durfte ich auch schon losdüsen.
Was soll ich sagen, der Nissan LEAF sieht aus wie ein Auto, fühlt sich an wie ein Auto, fährt wie ein Auto - und ist doch ganz anders. Das leise dahingleiten ist fast unheimlich und die ungebremste, brachiale Beschleunigung in den ersten Sekunden hat eher etwas von einem Flugzeugstart, als den vibrierenden, heulenden und knatternden Getöse wie man es von der vergleichsweise trägen Beschleunigung der Verbrennungsmonster kennt.

Die Reichweite des Nissan LEAF ist mit ca. 140 km noch stark begrenzt. Zumal diese beim Einschalten der Klimaanlage oder der Heizung (funktioniert mangels Abwärme elektrisch) in der Tachoanzeige direkt um 40 km reduziert wird und somit rein theoretisch nur noch 100 km beträgt. Aber genau das könnte in Zukunft auch der Weg zu effizienteren Fahrzeugen sein, da der Fahrer in Form der zu erwartenden Reichweite eine direkte Rückmeldung über den Verbrauch der ausgewählten 'Komfortfunktion' erhält und zum Beispiel die nicht unbedingt benötigte Klimaanlage aus bleibt.
Fahren wie in einer Computersimulation, ohne störendes Motorgeräusch und ohne Schaltvorgang (kein Schaltgetriebe, feststehende Übersetzung). Einfach nur Gas geben, lenken und sich freuen, wenn die Reichweite beim Bremsen oder Bergabfahren wieder steigt. Der E-Motor funktioniert in diesem Fall wie ein Dynamo und lädt den Akku des Nissan LEAF wieder auf.

Natürlich habe ich mich in dieses Fahrzeug sofort verliebt und bin schon in Gedanken geräuschlos in unsere Einfahrt gerollt, um den kostenlosen Sonnenstrom einer Photovoltaik Anlage zu tanken. Nie mehr an die Tankstelle fahren, es reicht einfach der Griff zum Stecker ...

Die zukünftige E-Tankstelle schon bei der Elektroplanung berücksichtigen!

... mit popeligen 230 Volt. Da dauert ein Ladevorgang gut und gern bis zu 12 Stunden - Schnellladungen in 30 Minuten oder 1 Stunde sind faktisch unmöglich, denn diese erfordern einen Kraftstromanschluss (400 Volt, 32 Ampere).

Wir haben bei der Elektroplanung für die Stromversorgung des Carports nur ein 5 x 2,5 mmKabel vorgesehen. Damit lässt sich zwar eine kleine Unterverteilung realisieren, aber für zukünftige Anwendungsfälle, wie das Laden von bis zu 4 Elektrofahrzeugen (z.Bsp. Autos von Mama & Papa; E-Roller vom Nachwuchs), ist das deutlich unterdimensioniert. Glücklicherweise haben wir im Bereich der Einfahrt eine freie Wanddurchführung, durch welche ich vor dem Bau des Carport eine 5 x 10 mm2 Stromleitung vom Hausanschlussraum im Keller direkt nach außen führen kann. Die sollte dann auch für die denkbar stromhungrigsten Anwendungsfälle ausreichen.

Ob die zukünftige E-Tankstelle bei uns zu Hause ein klassisches System mit Stecker oder vielleicht doch ein kabelloses (induktives) System wird, steht dabei noch in den Sternen. Denn aktuell beträgt allein der Mietpreis für die in E-Autos verbauten Akkus im Schnitt 80€ im Monat, was in etwa dem Betrag entspricht, den ich monatlich für Benzinkosten aufwende. Auch wenn die Kaufpreise für Elektroautos in den letzten Jahren stark gesunken sind, wirtschaftlich betreiben lassen sie sich in den meisten Fällen noch nicht.

Kommentare:

  1. Hallo liebe Bauherren,

    wir waren so frei und haben euren Baublog bei uns auf der Webseite gelistet :-)
    Nachdem euer Hausbau ein paar Tage her ist, würden wir uns freuen, wenn Ihr eure Erfahrungen mit eurem Bauträger bei uns bewertet.

    http://www.ratidoo.com/prohaus-gmbh-co-kg

    Natürlich freuen wir uns auch, wenn Ihr uns verlinkt, damit zukünftige Bauherren von euren und anderen Erfahrungen profitieren.

    Danke für eure Mitarbeit und viele Grüße

    Das Team von Ratidoo

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  2. Hi nochmal,
    ich lese den Blog gerade hoch und runter, so viele parallelen zu unserem Haus, fast schon unheimlich, das mit der E-Tankstelle haben wir auch so berücksichtigt 32A Kabel in die zukünftige Garage ist vorbereitet. Und wer weis was noch kommt... ein DN150 KW-Rohr ist auch noch verlegt für Pressluft, Quellwasser, Strom, Datenleitung... wer weis schon was die Zukunft bringt, dann lieber ein KG-Rohr suchen statt Löcher bohren....
    Auf unserem Grundstück ist z.B. auch von er Grundstücksgrenze bis fast zur anderen Seite (25m) ebenfalls ein KG-Rohr gelegt mit Gefälle falls wenn da mal eine Wasserleitung drin wäre, das Wasser auch abfließen kann. In den Ecken der Terasse auch jeweils ein Kabelschacht aus Randsteinen und Pflastersteinen... und diese untereinander mit DN50 Leerrohr verbunden.... Für Mäuse ist das bei uns bestimmt ein Schlaraffenland oder Sie verlaufen sich :-) Selbst unter dem Kinderspielturm ist ein Schacht mit 2xDN50 wer weis was da noch alles kommt.... und trotzdem denke ich immer wieder es fehlt irgendwo eine Dose oder eine Steckdose...

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  3. Mit der Wirtschaftlichkeit des eigenen Akkus im E-Auto wird sich in den nächsten Jahren wohl erübrigen. Das kommt von alleine.

    Wir werden jetzt mit dem bau der Garage starten und planen ähnlich. Hoffe, dass in ein paar Jahren dann auch Geld für eine Photovoltaik-Anlage mit Akku da ist.

    Perfekte Kombination. Der Markt entwickelt sich und es bleibt spannend.

    Gruß Daniel

    http://www.hausbau-dan-wood-point191.de/

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